Die wahren Lebensspuren und die Abenteuer des "Englischen Patienten" László Almásy, der mit dem Vater des Filmemachers Kurt Mayer im Jahre 1929 Afrika durchquert hat, sind für den Sohn Vorwand und Skizze für eine kritische Reise durch Männerwelten des 20. Jahrhunderts zwischen Kairo, Khartoum, London und Wien. Navigation in den weiten Territorien der Erinnerung - der Traum vom Fliegen, Dokumente des Krieges und einer unerfüllten Liebe .....  
li. oben: László Almásy im Sudan, 1929
re. oben: Frühstück im Sudan, 2000
li. unten: Landung vor den Pyramiden, 2000
re. unten: Schwimmer in der Wüste,
                 Wadi Sura 9000 v. Ch.
"Das Drehen", so sagen die tanzenden Derwische von Omdurman, "ist die fundamentale Bedingung unseres Seins."

Mythen aus der Kindheit, transportiert in den Erzählungen des Vaters - eines bekannten Wochenschaukameramanns und konserviert in hochexplosiven Nitrofilmdosen eines Dokumentarfilms, waren dem Filmemacher Kurt Mayer Skizze und Inspiration zu seiner Spurensuche. Der restaurierte Nitrofilm, am Premierentag des ENGLISCHEN PATIENTEN 1996 in Wien uraufgeführt, bringt das einzige Dokument des wahren László Almásy und seiner kühnen Durchquerung des Sudan im Jahre 1929 ans Licht.

Doch als Ondaatjes berühmter Romanheld und Protagonist des oscargekrönten Hollywoodfilms ist László Almásy nicht nur Teil einer privaten Familienbiographie. Almásys kontroverse Persönlichkeit, seine Abenteuer und Entdeckungen, bieten Anlass für eine kritische Reise durch "Männerwelten" des 20. Jahrhunderts, die nach Kairo, Khartoum, London und Wien führt.

Originalaufnahmen aus dem Jahr 1929, Briefe, Tagebucheintragungen und Reflexionen auf der im Heute stattfindenden Reise des Filmemachers an die Schauplätze der Vergangenheit, führen den Zuschauer in eine magische Welt. Die Expedition nimmt ihren Ausgang in Kairo und durchquert die libanesische Wüste, hin zu Almásys gro§en Entdeckungen und Abenteuern. Ehemalige Geheimagenten und andere Augenzeugen, deren Geschichten oft widersprüchlich sind, aber auch die Erzählung eigener Erfahrungen begleiten den Zuschauer auf dieser Expedition. "Navigation" in den weiten Territorien der Erinnerung.

 
  "Heute jagen wir Elefanten. Es gibt so viele wie Sand am Meer, ich habe schon an die hundertfünfzig gesehen, aber keinen einzigen, der einen Schuß wert gewesen wäre! Ich habe jedoch eine schöne Trophäe von ihnen, nämlich 5o m Film! Ich nahm den unglücklichen Kinooperateur Rudi Mayer kaum 8o Schritte nah zu einer Herde, die dann endlich böse wurde und mich schlimm vor sich herjagte. Der Filmer aber rächte sich, weil er mich abgefilmt hat, wie ich schreiend und Warnschüsse abgebend vor der Herde davonlaufe. Jetzt ist mir die Lust sehr vergangen an diesen Herden!"
László Almásy, Bor im Sudan, 11. April 1929

"Eben bin ich einem echten "Ottomanen" begegnet. Er hat mir von Almásys Beziehungen zur Königsfamilie erzählt"
Ich vermisse Dich! Ob wir nicht irgendwohin fahren könnten auf Tage? Wohin wo es Landschaft gibt für die Augen und Raum für die Nähe und keinen begrenzenden Morgen, Zeit für Blicke und Listen des Geistes und der Körper?"
Kurt Mayer, Kairo, 2. Oktober 1999



 
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